Mit einem Würfelbecher auf dem Weg zum Weltrekord
Die älteren unter ihren Sattlerkollegen nennen sie achtungsvoll „unsere jungen Wilden“. Gemeint ist damit eine Gruppe von Jungmeistern, die dem Bundesverband der Fahrzeugausrüster und Reitsportsattler (BVFR) angehört. Vor nunmehr 17 Jahren mit einer Handvoll begeisterter Jungmeister ins Leben gerufen, zählen zu dieser Gemeinschaft indessen rund 60 Sattlerinnen und Sattler, die von dieser Vereinigung für ihren Beruf profitieren und den kollegialen Austausch schätzen. Seit der Gründung dieses Meisterkreises finden nun schon traditionell zu Beginn jeden Jahres gemeinsame Wochenend -Tagungen statt, die der beruflichen Weiterbildung neue Impulse verleihen und auch für Nicht-Angehörige des Jungmeisterkreises längst zum wichtigen Treffpunkt in Sachen Fahrzeug- und Reitsportsattlerei geworden sind. Theorie und Praxis dieses traditionsreichen Berufs werden durch erfahrene Kollegen des Verbandes vermittelt, wie aber auch durch Fachdozenten aus Bereichen, die dieses Handwerk tangieren. Wenn anfangs knapp 15 Teilnehmer zu diesen Tagungen gezählt wurden, lassen seit sich mehreren Jahren bis an die einhundert Gäste diesen dreitägigen Workshop nicht entgehen, dabei auch alljährlich Sattlerkollegen aus der Schweiz und Österreich.
Das nunmehr 17. Treffen des Jungmeisterkreises der Sattler findet in der Zeit vom 21. bis 23. Januar 2011 in Augsburg statt, und zwar im Werkstattkomplex der Firma Hermann Schnierle GmbH, Dieselstraße (Gersthofen). Ein außergewöhnlicher Höhepunkt wird diese Tagung auszeichnen. „Wir haben uns vorgenommen, mit einer von uns in Augsburg gefertigten Sattlerarbeit Aufnahme in das Guiness-Buch der Rekorde („Guiness World Records“) zu finden“, erläutert Jungmeister Timo Grothe aus Oberhausen, Vorsitzender vom Jungmeisterkreis. Gefertigt werden soll ein überdimensionaler lederner Würfelbecher, in Höhe und Umfang zehnmal so groß wie der übliche Becher, dabei exakt in Form, Größe, Material und Gestaltung dem Original entsprechend. Die Idee zu dieser Fertigung stammt vom Vorsitzenden selbst. „Mit diesem Rekordversuch wollen wir unser altehrwürdiges, aber auch hochmodernes Handwerk in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit stellen. Außerdem“, so Timo Grothe, „ist die Verwirklichung der Becher-Idee ein weiterer Schritt zum Erhalt unserer wichtigen Berufsgemeinschaft junger Meister.“
Zehn Sattlermeister werden an der Verwirklichung dieser Aufgabe beteiligt sein, ein zeitliches Limit wurde vom „Guiness-Verlag“ nicht vorgegeben. Die Durchführung des Rekordversuchs ist für Sonnabend, den 22. Januar 2011, auf dem Schnierle-Firmengelände im Anschluss an die Workshops der Sattlertagung vorgesehen.
Wenn das Prachtexemplar von Rekord-Würfelbecher gelungen sein wird, soll es wahrscheinlich im Hamburger Lederunternehmen Hans Reinke Handelsgesellschft mbH seinen Ehrenplatz finden. Diese Firma stiftete die für den Becher insgesamt 3 Lederhäute in der besonderen Stärke von 4mm. „Vielleicht wird unser Becher auch eine Art Wanderpokal, der bei besonderen Terminen wie Messen und Ausstellungen oder auch Tagungen vom beruflichen Können der Sattler kündet“, kann sich Jungmeister Timo Grothe gut vorstellen.
Autorin: Monika Marschall




Veröffentlicht am 22. Januar 2011
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