ZVR-Mitgliederversammlung 2016: handlungsfähig bleiben!

Posted on 19. Mai 2016

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BAD KREUZNACH. Kontroversen sind gewinnbringend, soweit sie zum Konsens führen. So sieht es auch ZVR-Präsident Harald Gerjets. Er animierte die Verbandsmitglieder im Rahmen der ZVR-Mitgliederversammlung am 15. und 16. April 2016 zum kollegialen Diskurs über die künftige Ausrichtung der Verbandsarbeit. Das Ergebnis einer streckenweise überaus emotionalen Diskussion war zu guter Letzt eine gemeinsam beschlossene Neustrukturierung. In diesem Rahmen wurde unter anderem über Satzungsfragen diskutiert. „Wir haben nicht nur offene Fragen zugelassen und beantwortet, sondern Zufriedenheit geschaffen, durch Transparenz und Diskussionsbereitschaft“, kommentiert Vizepräsident Helmut Schmidt. In seiner Eigenschaft als Landesinnungsmeister hatte er zum diesjährigen Treffen nach Bad Kreuznach eingeladen. Das Präsidium werde nun im Interesse aller Mitglieder und mit Hilfe engagierter, kommissarisch gewählter Vertreter/innen für die Ausschussarbeit den Strukturwandel des ZVR weiterhin aktiv begleiten und mitgestalten, so Schmidt.

Gastredner Udo Bausch und Harald Gerjets

Gastredner Udo Bausch und Harald Gerjets

Mehr Flexibilität für die Ausschussarbeit

Bereits vor der Mitgliederversammlung hatte sich der Vorstand intensiv mit den Fragen zur notwendig gewordenen Umstrukturierung auseinandergesetzt, insbesondere mit der „Wahl der Ausschussmitglieder“ und der „Reduzierung des Vorstandes“. So ging es in Bad Kreuznach unter anderem um eine mögliche Satzungsänderung, um die Ausschüsse flexibel und bedarfsorientiert zu besetzen und somit schneller handlungsfähig zu machen.

Den ZVR durch neue Strukturen wieder zu konsolidieren, sei dringend erforderlich, betonte Helmut Schmidt, der seit November 2015 als Vizepräsident in die oberste Verwaltungsstruktur des ZVR eingebunden ist. Er ermunterte die Anwesenden zum offenen Dialog, denn nur Transparenz helfe letztendlich, um die bisherigen Baustellen endlich zum Ende zu bringen. Das gemeinsame Ziel sei es, den ZVR als Dachverband zu stärken, um eine weitere, mögliche Verselbständigungen der Vereine, die bisher unter dem Dach des ZVR vereint waren, zu vermeiden. Unter anderem befürwortet er eine engere Verknüpfung der Interessen mit dem Bundesverband der vereidigten Sachverständigen für Raum und Ausstattung (BSR), Köln, um die Zukunft beider Verbände auf eine sichere Basis zu stellen.

Helmut SchmidtHelmut Schmidt appellierte an die Verbands- und Vereinsspitzen der Jungmeister, des Bundesverband Fahrzeugausstattung und Reitsportausrüstung (BVFR), Bonn, und des Bundesverband der vereidigten Sachverständigen für Raum und Ausstattung e.V. (BSR), die Zukunft der Branche gemeinsam mit dem ZVR zu gestalten und sowohl Glaubwürdigkeit als auch Außendarstellung aller Mitglieder und Betriebe zu stärken. Gemeinsam müsse es nun darum gehen, die Verbandsaufgaben zu definieren und zu priorisieren.

Ein gemeinsames Selbstverständnis definieren 

Die Zielvorstellung des Präsidiums lautete: Abkoppeln der Ausschussarbeit von der des Vorstandes, jedoch mit einer guten Anbindung an den Vorstand und die Mitgliederversammlung. Damit soll vor allem die Möglichkeit geschaffen werden, dass der ZVR schnell und effizient auf aktuelle Themen wie Normänderungen, wirtschaftliche Entwicklungen und Gesetzesänderungen reagieren kann. „Für uns bedeutet dies: flexible Arbeitsgruppen, in denen jedes Mitglied mitarbeiten kann, ohne gewählt zu sein. Diese Gremien bestehen lediglich so lange, bis ihre Arbeit getan und die gestellten Aufgaben erfüllt sind“, erklärt Harald Gerjets.

Satzungsänderung ist in Planung

Dazu bedarf es nun einer grundlegenden Satzungsänderung und auch die Geschäftsordnung muss entsprechend angepasst werden. Diese Änderungen dürften die künftige Verbandsarbeit erleichtern. Darauf hatte Harald Gerjets bei der Einführung in die Diskussion aufmerksam gemacht und noch mal aus eigener Erfahrung berichtet. Er selbst hatte während seiner Zeit als Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses (BBA) den Spagat zwischen Ausschussarbeit und Vorstandsarbeit versucht. Es sei schlichtweg unmöglich, den vielfältigen und zum Teil höchst unterschiedlichen Aufgaben gerecht zu werden. In der Regel leide die aktive Ausschussarbeit darunter. Der Vorschlag des Präsidiums, die bestehenden Ausschüsse des ZVR zunächst kommissarisch zu besetzen, wurde daher angenommen. Eine offizielle Wahl der Ausschussmitglieder ist nach der Satzungsänderung für den Herbst 2016 geplant. Zu besetzen sind der Berufsbildungsausschuss (BBA), der Aufgabenerstellungsausschuss (AEA) sowie der Öffentlichkeitsarbeitsausschuss (ÖA).

Wo steht der ZVR? Und wohin wollen wir? 

Auf den Anspruch bzw. das Selbstverständnis des ZVR ging auch Geschäftsführerin Heike Fritsche in einer Präsentation ausführlich ein. Der ZVR in Köln vertrete immerhin rund 2.500 Harald Gerjets und Heike Fritscheeingetragene Innungsbetriebe im Raumausstatter-, Sattler- und Feintäschner-Handwerk sowie im Bodenleger-Gewerbe in ganz Deutschland. Sie sieht die Chancen für einen handlungsfähigen, gut aufgestellten Zentralverband als „Dach“ für alle Betriebe in der Profilierung als starken Tarifpartner und einer wirkungsvolleren Lobbyarbeit durch den Schulterschluss mit anderen Verbänden. Thematisch könnten sämtliche Bereiche der Raumgestaltung abgedeckt werden. Im anerkannten Fachverband ließe sich auch die Zusammenarbeit mit der Industrie und branchennahen Unternehmen intensivieren.

Infos rund um Verbands- und Ausschussarbeit

Neben dem Strukturwandel des ZVR war die Entwicklung der ZVR-Tarifkommission ein Schwerpunktthema der Mitgliederversammlung. Tarifsprecher Rudolf H. Vogel und Geschäftsführerin Heike Fritsch informierten darüber.

Wie üblich berichteten die Verantwortlichen für die Ausschüsse des ZVR und der Bundesfachgruppen über ihre Arbeit und Aktivitäten. Sandra Lebedies begeisterte mit einem Bericht über die Durchführung eines weiteren, erfolgreichen Berufswettbewerbs EuroInterior auf der DOMOTEX vom 16. bis 19. Januar 2016 in Hannover. Hier hatte die hoch motivierte und talentierte, junge Raumausstatterin Anita Dasch aus Deutschland den 2. Platz erzielt.

Fritz Weiß, zweiter Vizepräsident des ZVR, berichtete über die jüngsten Entwicklungen und Erfolge des Bundesverband Fahrzeugausstattung und Reitsportausrüstung (BVFR). Der 2. Vize des ZVR informierte unter anderem über die Ausbildungssituation im Sattler- und Feintäschner-Handwerk, über die Möglichkeiten zur geplanten Ausbildung für Handschuhmacher und über die Ergebnisse der Technischen Arbeitsgremien der Sattler.

Fotos: F. Schlossmacher 

 

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