ZVR will bundesweit geltende Tarife schaffen

Posted on 19. Mai 2016

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KÖLN/FRANKFURT A.M. Die aktuelle Tarifsituation war ein zentrales Thema der ZVR-Frühjahrstagung in Bad Kreuznach. Eine eigens dafür gegründete Tarifkommission des ZVR traf sich erneut am 26. April 2016 in der Geschäftsstelle des ZVR in Köln, um über eine bundesweit einheitliche Tariflandschaft für Raumausstatter und Sattler zu diskutieren. Die Diskussion wird Anfang Juni fortgesetzt. Vertreter der IG Metall und die ZVR-Verhandlungskommission werden dann über die Inhalte eines Manteltarifvertrages sprechen.

Im Vorfeld gab es bereits Verhandlungen mit der IG Metall unter anderem über Inhalte bestehender Tarifverträge, die derzeit nur in Südbayern und Hessen gelten. Das angestrebte Tarifpaket berücksichtigt nun die strukturellen, finanziellen und regionalen Unterschiede aller Bundesländer.

Die beruflichen Aufgabengebiete des Raumausstatter-, Sattler- und Feintäschner-Handwerks sollen zudem exakt und verbindlich festgelegt werden, um sich von anderen Berufsgruppen grundlegend abzugrenzen. Außerdem müsse das Tarifwerk unter anderem Regelungen zu Arbeitszeit, Urlaubsanspruch und Fortbildungsmaßnahmen aufweisen, betont Rudolf H. Vogel, Sprecher der ZVR-Tarifkommission. „Ziel ist es, sich mit dem zukünftigen Tarifpaket eindeutig von dem bereits als allgemeingültig festgelegten Tarifpakt des Malerhandwerks zu differenzieren.“

Verhandlungen mit IG Metall erfolgreich gestartet

Bis auf Hessen und Südbayern sind alle Gebiete der Bundesrepublik tariflos. Es bestehen lediglich mehr oder weniger aktuelle Empfehlungen bezüglich Ausbildungsvergütungen, Urlaubsregelungen sowie Lohn- und Gehaltsvergütungen. Aus diesem Grund hat sich der Vorstand des ZVR entschlossen eine Tarifkommission einzusetzen und entsprechende Verhandlungen mit der IG Metall zur Erzielung einer einheitlichen Tariflandschaft aufzunehmen. Erste interne, konstituierende Beratungen mit der IG Metall gab es am 28. Januar 2016 sowie am 2. und 23. März 2016 in Frankfurt am Main.

Regionale Unterschiede berücksichtigen

Die IG Metall hatte vorgesehen, die bereits bestehenden tariflichen Verträge als Ausgangsbasis für eine bundeseinheitliche Regelung festzuschreiben. „Da die strukturellen, finanziellen und regionalen Unterschiede unserer Mitgliedsbetriebe jedoch extrem unterschiedlich zu bewerten sind, wird die Kommission nun darauf hinwirken, eine einheitliche, befriedigende Lösung zu erzielen“, so Vogel. „Eine abschließende, einvernehmliche Einigung konnte noch nicht erreicht werden. Beide Tarifparteien sind allerdings mit den bisherigen Fortschritten zufrieden und haben eine Fortsetzung der Gespräche verbindlich vereinbart.“

Ein entscheidender Aspekt des verhandelten Tarifpaketes ist der fachliche Geltungsbereich, in dem die Eckpunkte des Ausbildungsberufs verbindlich festgelegt werden. „Die Bereiche Wand, Boden, Decke sowie das Polstern, der Sonnenschutz und die Tätigkeiten unserer Sattler und Feintäschner sind in das Tarifwerk einbezogen“, ergänzt der Sprecher der ZVR-Tarifkommission. Sie seien für eine zukünftige Abgrenzung gegenüber anderen Gewerken und deren Ausgleichskassen von großer Bedeutung.

Weitere Informationen: http://www.zvr.de

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